2006

Strausberger Fanfaren meisterlich, Aschersleben mit Pokal

FANFARONADE bleibt in Cottbus                                                                   11.06.2006

Zum vierten Mal in Folge trug der Fanfarenzug des KSC Strausberg die Meisterehren des Märkischen TurnerBundes (MTB) bei der FANFARONADE 2006 am 10. Juni aus dem Cottbuser Stadion der Freundschaft. In Marsch und Show dominierten sie die „16. Offene Meisterschaft des MTB" vor den Fanfarenzügen aus Potsdam und Dresden sowie den Berliner Stadtfanfaren.

Im „14. Pokalturnier des MTB" errangen die Ascherslebener Stadtfanfaren den Sieg und verwiesen den Fanfarenzug des TSV Leipzig-Nordost sowie aus Berlin-Marzahn auf die Plätze. Hier errang ein Neustarter, der Fanfarenzug Mecklenburg-Vorpommern (eine Spielgemeinschaft aus den Vereinen Polizei Neubrandenburg, Feuerwehr Neustrelitz und FZ Ludwigslust), den 1. Platz im Marschwettbewerb.

Und der Austragungsort etabliert sich zunehmend. Nach dem Debüt im letzten Jahr, liefen nun drei Starter mehr auf und belebten vor allem die Pokalklasse.

In seiner Eröffnungsrede erklärte dann Bernd Weise (Beigeordneter und Vertreter der Oberbürgermeisterin von Cottbus) die Bereitschaft der Stadt, auch zukünftig den Fanfarenzügen eine Heimstatt für ihren Wettkampf zu bieten. Damit steht der Profilierung dieser herausragenden Veranstaltung kontinuierlich an einem Ort nichts mehr im Wege, denn auch die Agentur Kleitz & Wirth GbR bleibt als Mitausrichter an der Seite der Turnermusiker und organisiert die FANFARONADE.

Stimmungsvoll und fair wie nie zuvor nahmen die fast 2 000 Zuschauer alle Wettbewerbsbeiträge in den beiden Klassen auf und bejubelten die hohe Qualität der Darbietungen. Einige Neustarter unter den Pokalteilnehmern bestärkten dabei die Hoffnung des MTB, den Kreis der beteiligten Vereine wieder zu vergrößern - selbst bei ungünstiger werdenden Bedingungen wie Mitgliederrückzug und steigende finanzielle Belastungen. Doch das Miteinander, der Erfahrungsaustausch und die geteilte Freude an den Erfolgen verbanden die Vereine wie seit langem nicht mehr.

Da die Ergebnisse der Brandenburger Vereine gleichzeitig als Landesmeisterschaft gewertet werden, bleibt Strausberg wiederholt Titelträger vor Potsdam und den beiden Berliner Fanfarenzügen.

Text: Herbert Großmann, Verantwortlich für Presse und Öffentlichkeitsarbeit des MTB


Eine Retrospektive zur FANFARONADE 2006

von Lutz Kühnert

Cottbus ist immer ein Erlebnis

Man hat das Gefühl, die Zeit zwischen den alljährlichen FANFARONADEN vergeht im Fluge. Vielleicht liegt es ja daran, dass in diesem Jahr die Stadt Cottbus wiederum Gastgeber war.

Die Wettkämpfe im Bereich der Fanfarenmusik haben in Ostdeutschland eine gute und langjährige Tradition. Schon seit 1970 werden jährlich Meisterschaften für dieses Genre ausgetragen, und Cottbus rief immerhin auch schon zur „16. Offenen Meisterschaft“ und zum „14. Pokalturnier des Märkischen TurnerBundes“ seit 1991.

Bewertet wurden die Musikvereine in kompetenter Form von einer internationalen Jury, deren Mitglieder überwiegend Profis im musikalischen bzw. showtechnischen Bereich sind und über langjährige Erfahrungen verfügen.

Beeindruckendes Zusammenspiel ohne Probe

Punkt 11:00 Uhr stellten sich alle teilnehmenden Vereine im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung einem zahlreichen Publikum vor. Immer wieder beeindruckend präsentierte sich dabei das Zusammenspiel aller Musiker, diesmal rund 450 an der Zahl, in der Stadionmitte des FC Energie Cottbus; und das ohne vorherige Probe.

Unmittelbar danach folgte der Marschwettbewerb der Pokal- und Meisterklasse. Bereits hier ließ sich erkennen, wie viel tolle Musik man mit Naturtonfanfaren produzieren kann. Noch deutlicher wurde dies natürlich im Showwettbewerb, der sich am Nachmittag anschloss. Zu einer teilweise enorm anspruchsvollen Blasmusik auch noch komplizierte Figuren zeigen, ist einfach fantastisch, erfordert sehr viel Liebe zur Sache und natürlich Übung.

Hier lässt sich deutlich erkennen, welch gewaltigen Sprung die Fanfarenzüge in den letzten 15 Jahren gemacht haben und es zeigt, wie viel Liebe die Vereinsmitglieder zu ihrer Musik haben. Schon die Jüngsten - ab sechs Jahre - sind zum Teil schon mit von der Partie, marschieren zur Eröffnung und zur Siegerehrung in der Formation mit den Großen mit oder tragen ganz stolz in der ersten Reihe das Vereinsmaskottchen.

Fachwissen bleibt gefragt

Am Ende siegten naturgemäß die Besten, aber in den auswertenden Gesprächen mit den Jurymitgliedern ging es neben den Punkten viel mehr um Tipps und Ratschläge für eine noch bessere musikalische und/oder showtechnische Umsetzung der Darbietung.

Alle teilnehmenden Fanfarenzüge, eine faire Jury, ein klasse Publikum, gute Organisation und sonniges Wetter sorgten dafür, dass die Veranstaltung erneut zu einem Highlight des Märkischen TurnerBundes wurde.

Bemerkenswert nur, dass es vom Fachgebiet Musik und Spielmannswesen des DTB wieder mal kein Funktionär schaffte, in Cottbus „vorbeizuschauen“.Aber es ist auch kein Wunder, dort ist man wie so oft mit sich selbst beschäftigt.

FANFARONADE auch international akzeptabel

Gegen 17:00 Uhr fand die FANFARONADE 2006 mit der Siegerehrung ihr Ende. Eine Veranstaltung, die sich, wie ich meine, auch international durchaus sehen lassen kann. Schade nur, dass aus den alten Bundesländern keine Beteiligung zu verzeichnen war.

Für mich persönlich ist jede FANFARONADE ein Erlebnis. Es macht ganz einfach Spaß dabei zu sein, egal ob als Aktiver, Zuschauer oder als Jurymitglied. Es tut gut zu sehen, wie sich Jung und Alt im musikalischen Vereinsleben engagieren. Man hat das tolle Gefühl, eine lohnenswerte Sache zu unterstützen, eine Tradition zu erhalten und weiter zu entwickeln. Und das in einer Zeit, in der in unserem Land unerklärlicherweise sehr viel Kultur aus rein niederen finanziellen Gründen absichtlich zerstört wird.

Und nächstes Jahr gibt’s mehr davon. Der Austragungsort wird wieder Cottbus, das „Stadion der Freundschaft“ sein. Den Termin sollten sich alle Freunde der Fanfarenmusik schon heute vormerken, es ist Sonnabend, der 9. Juni 2007.

Lutz Kühnert, der Verfasser dieser Retrospektive, ist Ex-Geschäftsführer des Fachgebietes Musik und Spielmannswesen im Deutschen Turner-Bund (DTB) und Jurymitglied der FANFARONADEN seit 2003

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